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Diese Glossar-Seite ist ein Sammelplatz für kurze Begriffserklärungen mit weiteren Links.
Für Editoren: Hier können auch Erklärungen hin, die einen eigenen Artikel (noch) nicht rechtfertigen bzw. die nicht im Kernbereich des Freifunk-Wikis liegen. Auf Einträge dieser Seite sollte per Redirect verwiesen werden.

AS

Ein Autonomes System (AS) ist ein unter einer einheitlichen Verwaltung (eine Firma, eine Universität, eine Freifunk-Community o.ä.) stehendes Teilsystem des Internets. Autonome Systeme sind untereinander verbunden und bilden so das Internet. Freifunk-Communities können sich eigene AS-Nummern registrieren.

B.A.T.M.A.N.

B.A.T.M.A.N. (Better Approach To Mobile Adhoc Networking) ist ähnlich wie z.B. OLSR ein Routingprotokoll für Mesh-Netzwerke. In der neuesten Variante B.A.T.M.A.N. advanced (batman-adv) wird es im Freifunk-Umfeld sehr häufig eingesetzt, z.B. in der Firmware Gluon. Im Gegensatz zu OLSR und älteren B.A.T.M.A.N.-Implementierungen routet batman-adv auf MAC-Ebene, nicht auf IP-Ebene. Die Routen werden also vom batman-adv-Linux-Kernel-Modul verwaltet und im batman-eigenen Netzwerk-Interface verborgen, während OLSR keine eigenen Interfaces erzeugt, sondern lediglich die Routen des Betriebssystems verändert. Vorteil dieses Ansatzes ist unter anderem, dass beliebige Protokolle (IPv4, IPv6, DHCP) über das Mesh laufen können; Nachteil ist, dass batman-adv zur Zeit nur unter Linux zur Verfügung steht.

BFWA

Die BFWA-Frequenzen sind für "Broadband Fixed Wireless Access" reservierte Frequenzen im 5GHz-Bereich, deren Benutzung der Bundesnetzagentur mitgeteilt werden muss. Diese Frequenzen sind in Hamburg und Berlin für Freifunk freigegeben worden (5755MHz-5875MHz/Kanal 153 und 157-165), siehe hier. Von 5755MHz-5850MHz muss DFS genutzt werden, über 5850 bis 5875MHz nicht (siehe hier).

BGP

Das Border Gateway Protocol (BGP) ist das im Internet eingesetzte Routingprotokoll und verbindet autonome Systeme (AS) miteinander.

DFS

Dynamic Frequency Selection sorgt bei WLAN-Geräten im 5-GHz-Frequenzbereich dafür, dass ein Kanalwechsel durchgeführt wird, falls auf dem aktuell benutzten Kanal ein anderer Sender (z.B. Wetterradar) erkannt wird. In Deutschland ist DFS auf den Kanälen 52-64 (5,25-5,35 GHz) und 100-140 (5,47-5,725 GHz) vorgeschrieben; Kanäle 36-64 (5,150-5,35 GHz) sind nur für Indoor-Betrieb zugelassen. Entsprechend müssen Geräte, die außerhalb von Gebäuden benutzt werden, generell DFS unterstützen. Für Meshing ist das ein Problem, da alle Geräte innerhalb des Meshs den gleichen Kanal benutzen müssen.

Firmware

Als Firmware eines Geräts (z.B. eines Routers) bezeichnet man sein eingebettetes Betriebssystem. Im Zusammenhang mit Freifunk ist relevant, dass typischerweise die herstellerspezifische Firmware eines Routers gegen eine Freifunk-Firmware ausgetauscht wird, damit der Router das Freifunk-Netzwerk erweitern kann.

Freifunk

Freifunk ist eine nicht-kommerzielle Initiative für freie Funknetzwerke. Diese Netzwerke bedienen sich typischerweise Meshing-Technologien. Weitere Informationen gibt es auf freifunk.net.

Freifunk-Firmware

Siehe Freifunk-Firmware.

IEEE 802.11s

Der 2012 veröffentlichte Standard IEEE 802.11s definiert eine mögliche technische Grundlage von Mesh-Netzwerken. Er stellt eine modernisierte Variante des älteren Ad-Hoc/IBSS-Modus dar. Als Routingprotokoll wird das Hybrid Wireless Mesh Protocol (HWMP) definiert, aber die Nutzung anderer Protokolle wie OLSR oder B.A.T.M.A.N. ist möglich.

IP-Adresse

Eine IP-Adresse (Internet-Protocol-Adresse) dient zur Adressierung von Rechnern und anderen Geräten in einem IP-Netzwerk.

LuCI

LuCI ist der Name der Web-Oberfläche von OpenWrt. LuCI basiert auf der Programmiersprache Lua und wurde im Umfeld von Freifunk ersonnen.

Meshing

Siehe Meshing-Artikel. Verwandt: Mesh-Netzwerk, MANET (Mobile Ad-Hoc Network).

MTU

Die Maximum Transmission Unit beschreibt die maximale Größe eines Datenpakets, die über ein Netzwerk-Interface übertragen werden kann, ohne dass es fragmentiert werden muss. Die MTU muss auf allen Netzwerk-Interfaces eines Netzwerk-Segments auf den gleichen Wert gesetzt sein. Weiterhin gibt es im Umfeld von Freifunk im Zusammenhang mit den für verschiedene Zwecke genutzten VPN-Lösungen das Problem, dass durch die zusätzlichen Verwaltungsinformationen, die beim das "Umverpacken" der Nutzdaten in VPN-Pakete hinzugefügt werden, die MTU um die Größe der Verwaltungsdaten sinkt. Sendet nun z.B. eine Website mit einer MTU von 1500 zum Client, der wegen eines VPNs oder z.B. PPPoE (bei DSL) eine verringerte MTU hat, kommen die Daten nicht durch und werden vor dem Client verworfen, obwohl der Verbindungsaufbau grundsätzlich funktionierte (da die zum Verbindungsaufbau nötigen Handshake-Pakete klein sind). Dieses Problem wird typischerweise behoben, indem man die MSS ("Maximum Segment Size") in TCP-Verbindungsanfragen auf einen Wert unter der MTU setzt (Router bzw. VPN-Software können die MSS-Angabe beim Routen der Daten abändern) und so das Problem für TCP-Verbindungen löst.

OLSR

OLSR (Optimized Link State Routing) ist eins der älteren proaktiven Routingprotokolle für Mesh-Netzwerke und wurde in RFC 3626 standardisiert. olsrd ist dabei die bekannteste Implementierung dieses Standards und bringt einige Erweiterungen mit. olsrd wird Stand 2015 nicht mehr weiterentwickelt. Der Nachfolger olsrd2 implementiert RFC 7181 und unterscheidet sich von olsrd insbesondere darin, dass eine aussagekräftigere Link-Metrik als der reine Hop Count benutzt werden kann.

OpenSSL

OpenSSL ist eine Funktionsbibliothek, die Implementierungen verschiedener Netzwerkprotokolle zur verschlüsselten Übertragung von Daten (TLS/SSL) sowie das Kommandozeilenprogramm openssl zum Beantragen, Erzeugen und Verwalten von Zertifikaten umfasst.

OpenVPN

OpenVPN implementiert einen VPN-Server und -Client.

OpenWrt

OpenWrt ist ein freies Betriebssystem für sogenannte eingebettete Systeme wie z.B. Router. Es ist die Basis für die meisten Freifunk-Firmwares.

Pico Peering Agreement

Das Pico Peering Agreement ist eine Vereinbarung über die Verbindungen zwischen Freifunk-Netzwerken. In dem Agreement wird das Einverständnis dafür gegegeben, dass die Teilnehmer einen Teil ihrer Infrastruktur für den freien Datenaustausch bereitstellen.

Policy Routing

Mit Policy(-Based) Routing wird eine Strategie zum Routing von IP-Daten bezeichnet, bei der im Unterschied zu normalem Routing die Herkunft der Daten (z.B. das Interface, über das die Pakete hereinkommen) eine Rolle spielt. Im Zusammenhang mit Freifunk wird es üblicherweise eingesetzt, um z.B. auf einem Freifunk-Router dem Freifunk-Netzwerk Zugang zum Internet per VPN zu ermöglichen (Freifunk-WLAN <=> Freifunk-Router <=> VPN <=> DSL), gleichzeitig aber einem direkt per Ethernet-Kabel angeschlossenem Rechner den Internet-Zugang ohne VPN zu erlauben (Ethernet <=> Freifunk-Router <=> DSL).

Power over Ethernet

Power over Ethernet (PoE) bezeichnet die Eigenschaft, Hardware über das Ethernet-Kabel nicht nur mit Daten, sondern auch mit Strom zu versorgen. Dadurch wird eine separate Stromleitung bei Outdoor-Geräten eingespart. Zu beachten ist, dass es neben dem dafür üblichen Standard IEEE 802.3af-2003 auch diverse proprietäre Varianten gibt, insbesondere auch das "passive PoE" von Ubiquiti, was nicht kompatibel mit 802.3af ist - im Gegensatz zum relativ aufwendigen 802.3af werden bei Ubiquiti lediglich vier unbenutzte Leitungen des 100MBit-Ethernet-Anschlusses für die Stromversorgung benutzt.

Roaming

Roaming bezeichnet den Vorgang des Umbuchens eines mobilen Endgeräts vom einen in ein anderes Netzwerk. Im Zusammenhang mit Freifunk wird damit gemeint, dass z.B. ein Smartphone sich von einem Freifunk-Access Point zu einem anderen umbucht, z.B. weil sich der Benutzer bewegt hat und nun der neue AP näher ist und entsprechend bessere Signalstärke erreicht als der, mit dem das Smartphone bisher verbunden war. Ein Problem bei dem Vorgang ist, dass sich entsprechend die Route, die die Daten nehmen müssen, ändert. Ohne weitere Vorkehrungen werden dadurch alle "stehenden" Internetverbindungen (langandauernde Downloads, Voice-over-IP-Verbindungen usw.) gekappt und müssen neu aufgebaut werden. Einige Routingprotokolle wie z.B. B.A.T.M.A.N. können bei entsprechender Konfiguration Roaming auch ohne Verbindungsabbruch unterstützen.

  • Roaming auf Wikipedia, dort allerdings auf Mobilfunk und unterschiedliche Netzbetreiber bezogen

Router

Ein Router ist ein Gerät, das Netzwerkdaten zwischen verschiedenen Netzwerken weiterleitet. Endanwendern begegnen Router meist in Form z.B. ihres DSL-Routers, der zwischen DSL und dem Heimnetzwerk bzw. dem Heim-WLAN (dann auch Access Point genannt) vermittelt. Ein Freifunk-Router vermittelt typischerweise zwischen dem Heimnetzwerk und dem Freifunk-WLAN-Netzwerk oder leitet rein im Freifunk-Netzwerk Daten weiter. Ein Router in einem Mesh-Netzwerk wird auch gerne "Knoten" genannt.

Tinc

Tinc stellt ähnlich wie OpenVPN einen VPN-Server und -Client dar.

UCI

Das Unified Configuration Interface wird von OpenWrt intern benutzt, um seine Konfiguration zu verwalten. UCI ist nur im Backend und auf der Kommandozeile relevant; der Endanwender bekommt normalerweise nur OpenWrts Web-Oberfläche LuCI zu sehen, die UCI intern ansteuert.

VPN

Ein Virtual Private Network (VPN) erlaubt, mehrere verteilte Computern zu einem geschlossenen (virtuellen "privaten") Netz zusammenzuschließen. Der Datentransfer zwischen den verteilten Geräten wird dabei über ein weiteres Netzwerk (typischerweise das Internet) abgewickelt und die Datenübertragung darüber meist verschlüsselt. Im Zusammenhang mit Freifunk werden VPN-Konstellationen für vielerlei Aufgabenstellungen benutzt; so wird VPN zum Verbinden von verschiedenen Freifunk-Communities benutzt (siehe IC-VPN) und auch per VPN-Technologie (umgesetzt z.B. durch die Software OpenVPN) der rechtlich abgesicherte Zugang zum Internet geregelt (siehe z.B. Vpn03).

WPAN

Das Wireless Personal Area Network (WPAN) bezeichnet den Einsatz von Kurzstrecken-Funktechnik zum Aufbau von Netzwerken im unmittelbaren Umfeld des Senders im Bereich von Entfernungen von wenigen Metern.