Freifunk Berlin BNO

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Stand August 2015 ist BNO de facto inaktiv. Quelle


Panoramaaufnahme in Berlin Weißensee

Freifunk Berlin Nordost
Freifunk BNO
Basisdaten
Erste Regungen in der Region: 2003 mit Idee auf einer Webseite
Erster Freifunk-Knoten: Februar 2005
Anzahl Richtfunkstrecken: ca 8 + 1 Interbezirkslink
Anzahl der Uplinks: 6
Anzahl der Knoten: 177
Services im Netz: Jabber-Server,
Website: www.freifunk-bno.de
Social Networks: Twitter
Video stuff: Youtube
Ansprechpartner
Jabber Chat: kneipe@conference.dernico.no-ip.org
Forum: auf freifunk-bno.de


Geschichte

Dienstag, 14. November 2006 Ein kurzer Abriss zur Geschichte des Freifunks in Berlins Nord Osten oder wie das Salz in die Suppe kam.

Die Ausgangsituation

Seit dem Jahr 2000 gibt es Bemuehungen in Hohenschoenhausen ein WLan zu etablieren. Der Hauptgrund, war wie in vielen anderen Bezirken Berlins die von der Telekom verlegten Glasfaserleitungen auf der letzten Meile. Diese lassen eine Nutzung von DSL nicht ohne weiteres zu, weil die DSL-Technik fuer den Kupferdraht entwickelt wurde. Sie laesst sich zwar auf ein Glasfaserkabel wandeln, doch diese Wandler sind laut Telekom sehr teuer und werden nur an besonders gefragten Stellen eingesetzt. So gab und gibt es heute viele Haushalte die keinen eigenen DSL-Anschluss bekommen koennen. Aus dieser Not entstand die Idee sich einen DSL-Anschluss mit Hilfe der Funktechnik zu teilen. Die WLan-Technik war damals noch sehr jung und vor allem ziemlich teuer. Besonders die Antennen waren kaum bezahlbar. Doch einigen Pionieren gelang es unter Hilfe des Computerclub Media2000 rund um das Lindencenter eingige Funkstrecken zu etablieren. Damals noch mit "normalen" AccessPoints die im so genannten PointToMultipoint Modus liefen. Damals war der Computerclub Media2000 daran beteiligt, leitete das Projekt und versuchte aktiv neue Linkstrecken aufzubauen. Doch im Laufe der Zeit, wurde es viel Arbeit sobald ein Mitglied verzog, die so entstandende Luecke im Funknetz zu schliessen. Irgendwann waren die Luecken so gross geworden, und die Teilnehmerzahl soweit gesunken, dass das Projekt einschlief.

Die Idee der Webseite

Im Jahr 2003 musste kasn sich aus privaten Gruenden mit der WLan-Technik auseinandersetzen. Ich dachte damals es muesste doch moeglich sein sich mit seinen Freunden per WLan zu vernetzen. In dieser Zeit entstanden die Anfaenge unserer Seite, die damals noch wlanhsh.de.vu hiess. Auf diese Seite wurde Christian aufmerksam. Er ist Mitglied Im Computerclub Media2000 und trat mit mir in Kontakt und berichtete mir von dem Netz, dass es damals schon in kleiner Form um das Lindencenter gegeben hatte. Begeistert von der Idee dieses Funknetzwerk wieder aufzubauen, ueberarbeiteten wir die Seite und gestalteten sie als eine Kommunikationsplattform die diesmal unabhaengig vom Computerclub werden sollte. Eine Karte sollte die Ausdehnung des Netzes in visueller Form darstellen. Aber vor allem sollte sie dazu dienen, dass sich Interessierte auf der Karte eintragen, und dann ueber ein internes Nachrichtensystem untereinander in Kontakt treten koennen. Somit koennten sie dann untereinander kleine Netzwerkverbunde bilden Diese Verbunde wuerden dann im Laufe der Zeit durch viele Teilnehmer zu einem grossen Netz zusammen wachsen. Auf diesem Weg sollte ohne grossen Aufwand fuer den Computerclub oder einige wenige Leute ein dezentrales Netz entstehen, das sich selbst verwaltet und vergroessert.

Anfang 2004 ging die Seite online. Die Programmierung der Kartensoftware uebernahm Matthias(matze-one), der in Weissensee wohnt. Er hat uns damit enorm geholfen, und er wird sicher auch an der neuen Kartensoftware mitarbeiten.

1000 Fragen

Im Jahr 2004 ging es hauptsaechlich darum viele technische und organisatorische Fragen zu klaeren.

  • Was ist erlaubt?
  • Wie organisiert man so ein Netz?
  • Wie bekommt man eine schnelle Internetleitung in dieses Netz?
  • Wie setzen wir die ganze Sache in der Praxis um?
  • Wie machen wir auf uns Aufmerksam?
  • Wo koennen wir unsere Projekttreffen abhalten?

usw.

Man muss dazu sagen, dass diese Art von Netzen damals eine recht neue Erscheinung war. Erst 2003 wurde die Registrierungspflicht fuer "Grundstuecksuebergreifende Funknetze" von der RegTP aufgehoben, und nun ging es darum einen moeglichst effizienten und gleichzeitig einfachen Weg zu finden ein solches Funknetz in der Praxis umzusetzen. Wie wir heute wissen, haben wir viele parallele Denkansaetze wie andere WLan-Communities gehabt. So hatten wir gegen Ende des Jahres zwar noch keine Funkstrecken in Betrieb, aber doch sehr konkrete Vorstellungen, wie unser Netz in Hohenschoenhausen aussehen muesste.

Im Dezember 2004 beschlossen wir, das Projekt auf unseren Nachbarbezirk Weissensee auszuweiten. Es gab aus diesem Bezirk grosse Resonanz, weil dort eben auch die Glasfaser-Problematik sehr verbreitet ist. So fuegten wir eine Weissenseekarte hinzu und waren ab diesem Zeitpunkt auch unter der Domain www.wlanwse.de erreichbar.

Der zuendende Funke kam aus Friedrichshain

Anfang 2005 schrieben uns die Freifunker aus Friedrichshain an. Ich(kasn) wurde damals zu einem Admintreffen in der c-base eingeladen. Dort begann ich zu verstehen wie die Friedrichshainer ihr WLan-Netz organisieren. Sie hatten es geschafft viele Ideen, die es bei uns unabhaengig im Projekt gegeben hatte in die Tat umzusetzen, und als ich sah wie einfach es ist 2 WLan-Router (Linksys wrt54gs) mit Hilfe der FreifunkFirmware (fff) miteinander zu verbinden war der Funke geflogen. Begeistert von vielen anderen Erungenschaften der Freifunk-Community (http://freifunk.net/) orientierten wir uns auf das OLSR-Netz um. So hatten wir nun auch in Hohenschoenhausen und Weissensee die Möglichkeit ein grosses, freies, oeffentliches Funknetz nach Vorbild der Freifunk-Community aufzubauen.

Dabei sollte erwaehnt werden, dass die Friedrichshainer begeistert von unserer Kartenloesung waren und wir zusammen eine grosse Kartensoftware fuer alle Berliner WLan-Communitys entwickelten.

Es geht voran

Da die praktische Umsetzung mit Hilfe der FreifunkFirmware auf den WLanroutern nun sehr viel einfacher war, gingen im Februar 2005 die ersten Funkstrecken in Hohenschoenhausen online.

Dabei lösten wir unterschiedlichste Probleme in kurzer Zeit und eigneten uns dabei sehr viel neues Wissen an.

Eine der ersten Fragen war Welche Antennen gibt es? Und welche setzen wir wann ein? Dazu fand sich bereits sehr viel Wissen im Internet, doch gab es auch viele Irrtümer und Mythen die richtig gestellt werden mussten. Ein sehr guter Einstieg in dieser Richtung stellte der Antennenworkshop in der c-base dar. Dort vermittelte der Antennenprofi "Offline Horst" grundlegendes Wissen über Antennen, Sendeleistung und alles was zum Aufbau guter Funkstrecken noetig ist.

Inzwischen zeigen wir auf unseren Technikworkshops auch wie man selber Antennen baut, die Technik einrichtet und andere Lösungen die den Aufbau von Funkstrecken ermöglichen. Mit diesem Wissen können die neuen Freifunker, dann selbständig aktiv werden und das Netz erweitern. So sind unsere Treffen eine Möglichkeit Wissen auszutauschen und neue Leute kennen zu lernen.

Inzwischen gab es beachtliche Fortschritte in beiden Bezirken. In Hohenschoenhausen liefen die ersten Strecken quer durch den Bezirk und auch in Weissensee konnten wir bereits von einem echten Netzwerk sprechen.

WlanHsh wurde Freifunk-BNO

Im Jahr 2006 gelangte die alte Webseite an ihre Grenzen. Die Forumssoftware war veraltet, der Content schwer zu pflegen und die Freifunkwolke wurde immer grösser. Alte Mitstreiter wandten sich neuen Aufgaben zu, neue aktive Mitstreiter drängten nach Verantwortung. Bestehende Strukturen mussten überdacht werden und so kam es das wir nun mit der neuen Webseite www.freifunk-bno.de hofften die nächsten Jahre dem Freifunk voran treiben zu können.

Letzte Vergangenheit

Freifunk-BNO gilt seit langen als spielfreudig und somit auch Testbett für Neuerungen wie B.A.T.M.A.N. oder Tinc und damit auch dem VPN-Netz in Berlin. Auf den Dächern befindet sich mittlerweile an manchen Orten die 3. Generation von Funktechnik und Enbeddet-Boards. Wir haben über die Zeit verschiedene Erfahrungen auf Unterschiedliche Hardwareumgebungen sammeln können.

Ausserdem arbeitet Freifunk-BNO mit einigen OLSRD-Entwicklern zum Problemfinden zusammen und testen auf einigen Geräten die aktuellen Versionen des OLSR-Clients. Das Team von Freifunk-BNO versucht sich auch auf Layer8 mit anderen Freifunk-Communtys zu verbinden und treibt in Berlin die "Coremeetings" an, bei den Berlinweite Probleme besprochen werden können.