Berlin:Unterkunft verfreifunken

Aus wiki.freifunk.net
Wechseln zu: Navigation, Suche

Einleitung

Dieses Dokument soll bei der Vernetzung von Unterkünften mittels Freifunk helfen. Es sammelt, basierend auf Erfahrungen mit Berliner Notunterkünften, ein allgemeines Vorgehen ("Best Practices").

Hinweis: Mindestens folgende Dinge sind an diesem Dokument noch verbesserungswürdig:

  • Es wird die Sichweise eines FFers eingenommen, alternativ wäre auch Betreiber oder Bewohner möglich - bitte Ergänzen falls du Betreiber oder Bewohner bist
  • In Checkliste zusammendampfen -> Hilfreich für Leute die schon Erfahrung haben
  • ggf. ent-berlinisieren: Berlinspezfische Inhalte extrahieren und Seite so aufbereiten, dass sie für ganz FF gültig ist

Ablauf

Übersicht

Grundsätzlich ist der Ablauf bei der Vernetzung einer Unterkunft in etwa folgender:

  • Kontaktaufnahme mit der Berliner Freifunk-Community
    • Eventuell wurde die jeweilige Unterkunft bereits kontaktiert, es sind bereits Freifunker dran, oder der Betreiber der Unterkunft hat eine andere WLAN-Lösung gefunden.
  • Kontakt Betreiber der Unterkunft
  • Uplink finden
  • Begehung
  • Planung der Hardware, Hardware beschaffen, konfigurieren
  • Installation der Hardware (Deployment)
  • Betrieb/Pflege der Hardware (Maintainence)


Kontaktaufnahme mit der Community

Siehe berlin.freifunk.net/contact/.

Falls du eine Unterkunft (z. B. in deiner Nachbarschaft) im Auge hast, solltest du auf der Mailingliste nachfragen, ob bereits mit dem Betreiber der Unterkunft Kontakt aufgenommen wurde bzw. ob andere Freifunker bereits am Projekt dran sind.

Falls du allgemein deine Hilfe anbieten willst, solltest du auf der Liste fragen, wo deine Hilfe gebraucht wird.

Bitte vermeide, "wild" ohne Absprache mit der Freifunk-Community mit Unterkünften Kontakt aufzunehmen. Mehrfache Anfragen fördern nicht gerade das Ansehen von Freifunk, und wir wollen den Betreibern auch keine unnötige Arbeit machen.

Identifizierung Unterkunft

Der folgende Text ist eine interne Checkliste. Du solltest diese Punkte nur nach/in Absprache mit anderen Leuten aus der Berliner Freifunk-Community machen.

Das "Landesamt für Gesundheit und Soziales" (LaGeSo) ist im allgemeinen für die Unterkünfte von Flüchtlingen zuständig und sollte daher über Listen verfügen, wo es eine Unterkunft in deiner Nähe gibt und wer sie betreibt. Sinnvollerweise wählt man eine Unterkunft, welche noch nicht vernetzt ist (siehe auch Berlin:Refugees). Idealerweise hat das Amt auch Informationen zur (WLAN-)Ausstattung.

Eventuell hat die Unterkunft dich gefunden, beispielsweise weil bei dir in der Straße eine Unterkunft eröffnet worden ist. Versuche herauszufinden, wer der Betreiber ist. Das kann a) per Google erfolgen oder b) per pedes, also hingehen und fragen. Möglicherweise ist der Betreiber auch auf dich bzw. Freifunk zugegangen, z.B. bei einem Treffen oder per Mailinglist. In diesem Fall werden die nachfolgenden Schritte einfacher.

Erste Kontaktaufnahme mit dem Betreiber

Wurde sichergestellt, dass die jeweilige Unterkunft noch kein WLAN hat und nicht bereits Aktivitäten in diese Richtung von Seiten Freifunk laufen, folgt üblicherweise ein Telefonat / Mailverkehr / Facebook-Anfrage mit dem Betreiber. Aber bitte bedenke: Der Betreiber hat in der jüngsten Vergangenheit sicherlich Unmengen Anfragen erhalten von Leuten die Hilfe in Form von Kleidung, Essen, Sprachkursen, Kinderbetreuung, "Amtshilfe", bla, blubb, Hinz und Kunz anbieten. Sei also geduldig und verständnisvoll wenn dein Anliegen jetzt nicht zwingend die höchste Priorität genießt.

Ziel der ersten Kontaktaufnahme ist es, Hilfe anzubieten und Informationen auszutauschen. Nachdem man die eigene Person und die Ziele von Freifunk vorgestellt hat (wichtig ist dabei insbesondere klarzustellen, dass Freifunk keine GmbH oder ähnliches ist), sollte die Versorgungssituation im jetzigen Zustand bzw. die Planung erfragt werden. Dabei ist von besonderem Interesse, ob ein DSL-Anschluss verfügbar bzw. geplant ist (Uplink), und ob dieser mit den Bewohnern geteilt werden soll.

Man bietet freiwillige Hilfe an und sollte entsprechend nicht rein als Bittsteller auftreten. Vorteile für den Betreiber für die Unterkunft beim Weg über Freifunk sind:

  • In der Regel ist IT-Support teuer (70-90€/h) - deine Hilfe ist kostenfrei.
  • Hardware wird möglicherweise leihweise oder dauerhaft zur Verfügung gestellt.
  • Der Betreiber kann die Zusammenarbeit mit Freifunk für eine positive Außendarstellung verwenden.

Jedoch kommt auch für den Betreiber ein gewisser Aufwand zusammen. Er stellt...

  • Strom für die APs
  • Aufstellfläche für die APs. Diese solle vor Zugriff durch Unbefugte geschützt sein (z.B. Räume unter Aufsicht, Montage in abschließbaren (Holz)Schränken, Montage außerhalb der Reichweite (Decke), ...) um Manipulation und einer "unabgesprochen Entleihung" vorzubeugen
  • Zugang zu den Räumlichkeiten (nach Absprache, in Begleitung des Betreibers -> Koordinierungsaufwand )
  • Kontaktdaten von Personen vor Ort (um z.B. Router neu zu starten)
  • Ggf. Zugang zum Dach / Aussenfassade / Balkon etc für den Uplink / Backboneanschluss (Siehe Abschnitt "Uplink")
  • Ggf. die Möglichkeit LAN Kabel zu verlegen
  • Ggf. Spende für die Hardware (Siehe Abschnitt "Wer zahlt?")

Am Ende der Kontaktaufnahme steht in der Regel ein Commitment, dass

  • der Betreiber dich unterstützt in deinen Vorhaben mit den vereinbarten Ressourcen unterstützt
  • du den Betreiber unterstützt d.h. du Verantwortung übernimmst, die Hardware einzurichten und in der Regel zu maintainen (siehe unten).

(Vielleicht will jemand (TM) die o.g. Punkte ja in einen Mustertext für eine Email Anfrage verwandeln ;))

Nach einer ersten Kontaktaufnahme muss Betreiber-intern normalerweise Rücksprache gehalten werden. Es ist also nicht mit einer sofortigen Antwort zu rechnen. Alle zwei Tage freundlich nach-harken zeugt von Beharrlichkeit und das es einem Ernst ist.

Falls der Betreiber sich weigert (Absage), siehe entsprechenden Abschnitt unten.

Planungsphase

Beispielskizze der zu installieren Infrastruktur: Welche Hardware, wie befestigen, woher kommt Strom, welche Node macht VPN, DHCP, etc.
Beispielfoto: Wo kommt der Downlink hin?

Idealerweise signalisiert der Betreiber nach kurzer Zeit Kooperationsbereitschaft. Normalerweise bekommt man dann einen Ansprechpartner zugeteilt. Diesen kontaktiert man für die detaillierte Planung. Auf Freifunk-Seite ist neben den Uplink-Möglichkeiten (BBB-Anschluss im Vorfeld planen, s.u. "Uplink") der zu versorgende Bereich relevant um abzuleiten wie viele APs erforderlich sind. Die Anzahl der zu versorgenden Personen ist insb. für das DHCP relevant sowie für die Kapazitätsplanung im Allgemeinen.

Sinnvollerweise trifft man sich für eine Begehung. Falls eine Begehung nicht zeitnah möglich ist, hilft plastisches/detailiertes Beschreiben am Telefon um den Hardwarebedarf abzuschätzen.

Bei Begehung untersucht der man die Räumlichkeiten auf:

  • Aufstellflächen für BewohnerAP/Mesh APs - Dabei beachten, das bei einem

Meshing die APs nicht zu weit auseinander liegen dürfen. Je nach Gebäudeart kann maximal ein Raum oder gar nur eine Wand überbrückt werden. Reflexionsflächen (Feuerschutztüren etc) sollte man ebenfalls beachten.

  • Falls ein Uplink zum Nachbarn erforderlich ist, solle bedacht werden, dass 5Ghz Signale nur in Ausnahmen ein Fenster durchdringen. Stichworte: Einfallswinkel, Totalreflektion!
  • Fotos der möglichen Aufstellorte und des Uplinks / vom Dach (wenn möglich)
  • Foto des Grundriss (Siehe Fluchtwegeplan - hängt normalerweise an jeder Ecke)

Ebenso sollte man die möglichen Aufstellflächen auf Strom, Diebstahlschutz und Befestigungaufwand bewerten.

Während der Begehung ist es auch möglich die eher kritischen Punkte (Dachzugang, Kabel verlegen, Wer zahlt) dezent zu erfragen falls man diese nicht schon Leopard2-mäßig in der ersten Kontaktaufnahme angesprochen hat.

Nach der Begehung erstellt man sinnvollerweise eine Skizze der zu installierenden Infrastruktur: Ausgehend von der (bösen) Internetwolke, hangelt man sich durch bis zu den Mesh APs. Dabei beantwortet man für jeden AP die Fragen:

  • Wo und wie befestigen? Ist Bohren erforderlich? Montagematerial! Reicht Kabelbinder ? Panzertape (Innenraum) ?
  • Woher kommt der Stom? PoE-Injektor? Kabellänge?

Sowie Fragen zum Netzwerk allg.: Welche IP bekommt welcher AP, wohinkommt der DHCP etc.

Aus dieser Skizze leitet man dann den Material- und Werkzeugaufwand ab. Später ist sie hilfreich bei der Konfiguration eines Stapels APs den Überblick zu behalten ;)

Spätestens jetzt sollte man den VPN Key auf der Webseite beantragen. Als Wartezeit dafür sollte man 24-48h einplanen.

Uplink

Bei dem Thema Uplink, also der Verbindung des lokalen Freifunknetzwerkes mit dem Internet, gibt es mehrere, ziemlich unterschiedliche Möglichkeiten, daher hier ein eigener Abschnitt.

Möglichkeit 1): DSL im Gebäude. Falls der Betreiber bereits einen DSL Zugang vor Ort hat (oder er zeitnah beschaltet wird), ist es naheliegend diesen zu verwenden. Dies wird jedoch wegen Haftungsfragen möglicherweise erschwert. Exemplarisch hierzu ein Post auf der Berliner Mailingliste: "Freifunk für Templin (Uckermark)". Auch kann es sein das der lokale Admin sich primär für die Belange der Betreiber einsetzt und daher garnich möchte, dass der Betreiber-DSL-Anschluss mit den Bewohnern geteilt wird. Oft wird dann die IT Sicherheit vorgeschoben anstatt anstatt das Netzwerk ordentlich zu confen (Traffic-Shaping, Firewall, etc).

Wenn kein DSL-Anschluss zur Verfügung steht, sollte in Erfahrung gebracht werden, ob der Betreiber der Unterkunft selbst einen DSL Anschluss für die Unterkunft anmieten kann. Dieser Anschluss wird dann im Haus im Routern verteilt, idealerweise trägt der Betreiber auch hier die einmaligen Hardwarekosten (Diese befindet sich dann auch in seinem Eigentum).

Falls die Betreiber verweigern, die Kosten des DSL Anschluss zu bezahlen, können Internet Provider wie Telekom, O2, 1&1, usw. angefragt werden, ob sie DSL Anschlüsse sponsern.

Falls die (gemeinnützigen) Betreiber die Kosten für die Hardware nicht selbst tragen können, ist Geld beim Förderverein vorhanden, um diese zu kaufen.

Es sollte jedoch nicht unerwähnt bleiben, dass in Berlin laut den Qualitätsanforderungen für vertragsgebunde Unterkünfte zur Bereitstellung von 'WLAN-Empfang' verpflichtet ist:

 Information und Kommunikation
 In der Einrichtung ist in allgemein und jederzeit zugänglichen Bereichen (z. B. Kinder-, Aufenthalts- und Beratungsräumen)
 kostenfrei WLAN-Empfang sicherzustellen. Dafür sind mobile Endgeräte (pro 100 Bewohner/innen ein Notebook oder Tablet)
 zur leihweisen Nutzung vorzuhalten.

Dabei sollte beachtet werden, das diese Regelung (nach jetzigem Kenntnisstand) nur für *reguläre* Unterkünfte gilt, also nicht für Notunterkünfte. Da bei letzterem normalerweise auch das Betreiberteam vor Ort kein Internet hat, hat er in der Regel eher ein Interesse an der Zusammenarbeit um seine eigenen Leute mit Internet zu versorgen.

Möglichkeit 2): Richtfunk zu einem Nachbarn Ist Vorort keine Möglichkeit den Traffic einzuspeisen, kann man sich umschauen ob man einen Nachbarn findet der bereit ist seinen Internetanschluss zu teilen. Beispielsweise am Standort Teske-Schule war dies der Fall. Wie man den Nachbarn findet gibt es mehrere Möglichkeiten:

  • Hingehen, Fragen (Klinkenputzen)
  • Aushang/Briefkasteneinwurf
  • ...
  • Jemand auf der lokalen Mailingliste/Forum kennt jemanden in der näheren Umgebung
  • Nachbar meldet sich auf der lokalen Mailingliste/Forum

Es lohnt sich also mal auf der lokalen Mailingliste/Forum rumzufragen.

Für die Kontaktaufnahme mit dem Nachbarn kann man o.g. Vorgehen recyclen. Auf ihn/sie kommt der gleiche (Stellplatz, Strom, ggf. Diebstahlschutz) Aufwand zu, wenngleich aber mit weniger Umfang. Neben dem zwingend notwendigen 5Ghz Uplink-AP, bietet es sich ggf. auch an noch an einen 2,4Ghz Outdoor AP daneben zu hängen um bspw. Straße/Grünflächen vor der Unterkunft, sowie Bereiche in Fensternähe im Gebäude unabhängig vom Mesh zu versorgen.

Idealerweise gibt es auch schon einen Nachbarn der ein Freifunk betreibt und als Unterstützer (z.B. beim Konfigurieren) gewonnen werden kann. Siehe hierzu map.berlin.freifunk.net.

Diese Möglichkeit ist aufwendiger, da zusätzlich zwei 5Ghz-Outdoor APs beschafft und konfiguriert werden müssen, jedoch ist sie unabhängig vom Betreiber-DSL.

Möglichkeit 3): Richtfunk zum Backbone Zumindest in Berlin wird ein stadtweiter, im Aufbau befindlicher Backbone betrieben , der BBB. Falls ein Standort des BBBs von der Unterkunft aus (Dach, Fenster OG, ..) sichtbar ist, findet sich auf der Standortseite ("Gegenstelle") eine Kontaktperson die man z.B. per Mailingliste kontaktieren kann. Diese muss in der Regel eine bereits vorhanden Antenne/Schüssel in Richtung der Unterkunft drehen oder eine neue anbringen. Dies erfordert ggf. etwas Vorlauf.


Störerhaftung

Um die Bedenken bzgl. der rechtsunsicheren Lage wegen der sog. Störerhaftung zu zerstreuen, stellt Förderverein freie Netzwerke e.V. VPN-Tunnel zur Verfügung. Dabei wird der Traffic zum Förderverein mit Providerstatus bzw. befreundeten Providern umgeleitet, bevor er ins Internet fällt. Das Providerprivileg schützt diese vor Haftung, darüber hinaus kümmern diese sich um Abuse-Handling. Es werden keine Inhalte überwacht, zensiert oder gespeichert - siehe auch das Memorandum of Understanding.

Siehe hierzu auch FAQ_Rechtliches.

Beschaffung / Wer Zahlt / Eigentum

Generell ist gewünscht, dass der Betreiber die Kosten für die Hardware übernimmt. Dies wird oftmals akzeptiert, da die Hardwarekosten (einmalig 200-500€) im Vergleich zu den sonstigen Betriebskosten einer Unterkunft ziemlich klein sind. Aus steuerlichen Gründen besteht der Betreiber üblicherweise auf eine ordentliche Rechnung, daher ist es empfehlenswert, keine Hardware auf eigene Faust anzuschaffen. Es spricht auch nichts dagegen (es ist sogar empfehlenswert) die Einkaufsliste Hardware (siehe Abschnitt "Planung") dem Betreiber zu übergeben und ihn die Hardware über eigene Kanäle beschaffen zu lassen.

Als Alternative Notlösung, gibt es, bei vorliegender konkrete Standortplanung, die Möglichkeit Hardware über z.B. eine Spendenkampagne ( bspw. über betterplace) zu beschaffen.

Je nach Beschaffungsart gibt es unterschiedliche Eigentümer der Hardware. Allgemein gilt: Wer zahlt ist Eigentümer der Hardware und bestimmt z.B. über deren Verbleib. Bezahlt es der Betreiber ist es also seine Hardware. Bezahlt der Förderverein (z.B. über Spenden) oder Du die Hardware, ist er bzw. du der Eigentümer.

Sog. Dachnutzungsverträge werden u.U. für größere Installationen zwischen Gebäudeeigentümer und dem Eigentümer der Installation geschlossen, das kann nach vorheriger Rücksprache der Förderverein sein. Nach unserer Strategie wird dies jedoch eher der Betreiber der Flüchtlingsunterkunft sein.

Überlassungserklärungen (zur Nutzung von Hardware) macht der Förderverein dann, wenn sich diese Hardware im Eigentum des Fördervereins befindet, also Beispielsweise, weil sie aus Spenden an den Verein oder Förderungen finanziert ist. Sollte dies nicht der Fall sein, dann gibt es für den Verein logischerweise auch nichts zu überlassen.

Konfiguration

Basiskonfiguration:

Installation / Deployment

Für die Installation (Deployment) der konfigurierten Hardware sollte man sich terminlich mit dem Betreiber abstimmen. Dieser muss einen in der Regel Räume o.ä. aufschließen.

Durch die Begehung und Planung hat man idealerweise einen Plan wo welche Hardware hinkommt und wie man sie z.B. an der Wand o.ä. befestigt. Je nach Art der Befestigung sollte man also unterschiedliches Material einpacken. Neben dem zu installierenden Netzwerkequipment, PoE-Zeug und Mehrfachsteckern wird als quasi essenziell betrachtet:

  • Gewebeklebeband ("Panzertape")
  • Kabelbinder (div. Längen)
  • Werkzeug (Bohrer etc. Siehe Hinweis weiter unten!)
  • Laptop zum Testen (ggf. zusätlich Android App "Fing", "Wifi Analyser" o.ä.)
  • Flyer/Poster mit Hinweisen zur Nutzung. Mehrsprachige Flyer gibt es hier. - Dank an Neels und Andere fürs Übersetzen!
  • ...

Achtung: Spätestens wenn du/ihr etwas am Gebäude beschädigt (Loch bohren, o.ä.), sollte eine *schriftliche* Erlaubnis des Besitzers des Gebäudes diesbezüglich vorliegen um dich/euch abzusichern. (Bohrt jedoch das Personal des Betreibers oder von ihm beauftragte Personen (z.b. Elektriker) Löcher o.ä. solltest du auf der sicheren Seite sein ...)

Maintenance

Auch nach der initialen Installation der Hardware vor Ort geht die Arbeit erfahrungsgemäß weiter: Üblicherweise ändert sich das Setup über die Zeit, d.h. Hardware wird ausgetauscht und/oder erweitert. Und erfahrungsgemäß ist die Person, welche mit den Betreibern als erstes in Kontakt stand (und idR die Hardware installiert hat) der erste Ansprechpartner. Konkret bedeutet das, dass man mit Mails, Anrufen oder SMS der Form " Das Internet geht nicht!" konfrontiert ist.. Üblicherweise muss man dann ausrücken und den Fehler suchen (d.h. rumrennen, Stecker ziehen, pingen, confen, loop, ...). Das verdirbt ein bisschen die Sektlaune, weil man im Gegensatz dazu von dem Bewohnern normalerweise keinen Anrufe oder Mails "Thanks for your effort!" erhält.

In Dauerunterkünften bietet ihr nach der Erst-Installation Workshops an, um einige der Bewohner_innen zu befähigen, das Netz eigenständig zu warten und Fragen zu beantworten. So trägt sich das Wissen im Sinne von Freifunk weiter. Idealerweise findet ihr schon für die erste Installation Helfas unter den Bewohnern, damit sie es als unser gemeinsames Netz verstehen und annehmen.

Gegenüber dem Betreiber (und wenn möglich auch den Bewohnern) solltet ihr klar machen, dass du bzw. Freifunk keine Garantien oder ähnliches auf die Funktion oder die Güte der Internetverbindung gibt. Das ist wichtig, um vor allem auch Euch selbst zu schützen und zu entlasten. Daher bitte die Erwartungshaltungen managen. Dazu das Freifunk - Memorandum of Understanding noch einmal in Erinnerung rufen. Hilfreich sind dabei auch die o.g. multilingualen Flyer.

Also: Es gibt keine Garantie der Verfügbarkeit von Diensten wie Internet oder VPN, der Förderverein betreibt Dienste im Sinne des "Best effort Netzes“ für die Freifunk Community.

Wie es weitergeht

Zeugs was durch Internet vor Ort sicherlich begünstigt wird:

Was tun, wenn der Betreiber sich weigert