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Freies Internet für alle?


Hildesheim (kia) - Ein Foto vom Eisbecher auf dem Marktplatz ganz einfach per E-Mail verschicken - und das, ohne das Daten-Volumen aus dem Mobilfunkvertrag zu nutzen oder gar ganz ohne Surf-Vertrag? Geht es nach der Initiative Freifunk, soll das bald möglich sein. Die Idee hinter Freifunk: Wer ohnehin einen Router zu Hause hat, über den er im Internet surft, stellt sein Netzwerk ganz einfach auch anderen Nutzern zur Verfügung.

Das Prinzip klingt simpel: Wer sein Internet teilen will, braucht lediglich einen zweiten Router und die entsprechende Software. Das zusätzliche Gerät ist aus zwei Gründen nötig: Zum einen sorgt es für Sicherheit für den Anbieter - denn die Freifunk-Nutzer surfen so in einem vom Haupt-Netzwerk vollständig abgeriegelten, unabhängigen Netzwerk mit eigener IP-Adresse. Die Daten des Anbieters sollen damit geschützt bleiben.

Außerdem verbinden sich die Freifunk-Router untereinander. Befinden sich ausreichend Geräte in unmittelbarer Nähe zueinander, genügt so ein einziger Internet-Zugang - alle anderen Router nutzen dann dieses Netzwerk. Wer mit dem Smartphone, Laptop oder Tablet unterwegs ist, muss indes kein Freifunk-Community-Mitglied sein: Die Netzwerke sind offen. Das heißt, jeder kann sich ganz einfach ohne Passwort in das W-Lan einwählen.

79 Orte mit mehr als 3500 mit Freifunk-Zugangspunkten gibt es bereits in Deutschland. Dafür, dass Freifunk nun auch in Hildesheim populär wird, setzt sich Manfred Baack ein. Der 66-jährige ist vom Gedanken des gemeinsam genutzten Internets begeistert. "In anderen Ländern findet man überall freie Netzwerke", sagt der ehemalige Telekom-Ingenieur. In Deutschland aber schrecken viele Menschen davor zurück, ihr Internet zu teilen. Vor allem, glaubt Baack, wegen der sogenannten Störerhaftung.

Störerhaftung bedeutet, dass auch diejenigen, die bloß ihr Internet zu Verfügung stellen, belangt werden können, wenn andere über diese Verbindung etwa illegal Filme hochladen. "Das gibt es nur in Deutschland", ärgert sich Baack. Angst vor der Störerhaftung müssen Freifunk-Anbieter aber nicht haben: Die Verbindung läuft über einen Server in Schweden. Die rechtliche Grundlage in Deutschland ist damit umgangen.

Der Bockfelder hofft nun, auch andere Hildesheimer für die Idee des freien Internets gewinnen zu können. So habe es in anderen Städten bereits Marketing-Aktionen gegeben, bei denen kostenlose Router an Geschäfte in der Innenstadt verteilt wurden. Touristen und Passanten können so kostenfrei in der City surfen. "Das ist eine selbstlose Sache", sagt Baack. Auch für Garten- oder Sportvereine könne der Gedanke interessant sein, meint er. Ganz umsonst ist die Aktion allerdings nicht: Der benötigte Freifunk-Router kostet einmalig rund 30 Euro und muss mit einer besonderen Software bespielt werden.

Wer sich für die Freifunk-Initiative interessiert, erhält weitere Informationen bei Manfred Baack, Telefon 05121/888444 oder via E-Mail an manfred@baack.de.

Veröffentlicht am 24.06.2014 Kommentar zum Artikel schreiben:

Manfred Baack schrieb am 25.06.14 15:23: Freies Internet soll nicht nur kostenfreies Internet sein, sondern auch und gerade frei von Zensur und um Sinne von Netzneutralität diskriminierungsfrei. Anonymität ist gewährleistet und es findet keine Überwachung statt. Seit 2003 gibt es einen überregionalen Förderverein, der als juristische Person Providerstatus hat. Die örtlichen "Communitys" dagegen arbeiten autark. Die Hildesheimer Initiaive stützt sich z. Zt. technisch auf den Freifunk Bielefeld ab. Wer mitmachen will braucht einen TP-Link TL-WR841ND neuerer Hardware-Revision; am besten mit externen Antennen. Nachteilig ist die geringe WLAN-Reichweite. Flächendeckende Versorgung wird sich wohl nur in begrenzten Gebieten erreichen lassen. Die dazu "kritsche Masse" ist noch in weiter Ferne. Jetzt müssen erstmal einige "Inseln" entstehen! Die "Vermaschung" erfolgt dann automatisch als Ad-Hoc-WLAN-Netz.

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